Familie in Petingen / „Wenn wir auf der Straße sitzen, nehmen sie uns die Kinder weg“

Vor acht Jahren kam Familie Alshimmry mit zwei kleinen Töchtern aus dem Irak nach Luxemburg. In ihrem Heimatland wurden sie politisch verfolgt und waren dem Tod nur knapp entronnen. Seit 2015 leben sie in einem Einfamilienhaus in Petingen, das sie nun nach einem Gerichtsbeschluss verlassen müssen. Inzwischen haben die Eltern vier Kinder und befürchten nun, diese in Erziehungseinrichtungen abgeben zu müssen, wenn sie demnächst keine neue Bleibe finden. Der aktuelle Wohnungsmarkt verschärft die Situation. Doch die Kinderrechte könnten der Familie eventuell in die Hände spielen.

In Petingen wohnt die sechsköpfige Familie Alshimmry in einem schmalen Einfamilienhaus, das zu einer Seite freisteht. An einem kalten, aber sonnigen Aprilmorgen empfängt die Familie das Tageblatt zu einem Gespräch in ihrem Wohnzimmer. Die Eltern sind verzweifelt. Der nächste Gerichtstermin steht an. Sie befürchten, dass sie nach dem Urteil Mitte Mai kein Haus mehr haben werden. Seit 2017 suchen sie nach einer neuen Wohnung. Vergeblich. Das Sozialamt in Petingen hat ihnen die Möglichkeit eröffnet, anschließend noch einige Wochen in einem Hotel unterzukommen. Danach würde die Familie allerdings auf der Straße landen. Die Kinder müssten dann in Heimen untergebracht werden.

Eric Rings, Tageblatt.lu, 10.04.2021

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