Analyse zum Wohnungsmarkt: Um die Interessen von 160 Personen zu schützen, müssen Tausende das Land verlassen

Die Situation auf dem Luxemburger Immobilienmarkt wird immer angespannter. Seit Jahrzehnten wird nicht genug gebaut. Sämtliche Regierungen haben bislang versagt. Von dieser Situation profitieren einige wenige, die einen Großteil der Grundstücke besitzen.

In Luxemburg fehlen zwischen 6.600 und 30.000 Wohnungen. Um die wachsende Schere zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen, müssen jährlich über 3.200 zusätzliche Wohnungen gebaut werden, ist in einer Studie zu lesen. Als Folge steigen Kaufpreise und Mieten. Beklagen tun die Experten auch, dass in den zehn Jahren vor der Erstellung der Studie die Zahl der Mietwohnungen geschrumpft ist, obwohl einige tausend gebaut wurden. Neu ist diese Studie allerdings nicht. Die sogenannte LIP-Studie wurde vor 30 Jahren (1991) veröffentlicht. Damals war Jean Spautz (CSV) Wohnungsbauminister.

Sechs Wohnungsbauminister (siehe Kasten) und unzählige weitere Studien später sind die Feststellungen immer noch die gleichen. Nur hat die Zahl der jährlich fehlenden Wohnungen zugelegt. Dass der ehemalige Premierminister Jean-Claude Juncker die Thematik rund 15 Jahre zur Chefsache erklärt hatte, half nichts. Dass das Ministerium nach Jahrzehnten unter CSV-Kontrolle an andere politische Parteien überging, hat auch nichts verändert. Jahr für Jahr haben die Regierenden die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiter wachsen lassen.

Christian Muller, Tageblatt.lu, 21/06/2021

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